Stand: 30. Januar 2026

An(ge)dacht

„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu“

Das Aufräumen ist derzeit groß in Mode. Und wenn es gar nicht gelingen will, kann ich mir sogar eine Aufräumexpertin nach Hause bestellen.
Habe ich gar nicht nötig, denke ich, und mache mich ans Werk. Ich wühle mich durch Schränke und Schubladen, stopfe alles, was mir überflüssig vorkommt, in große schwarze Tüten. Ich räume auf. Ich schaffe Ordnung. Am Abend stehen mehrere dieser Tüten im Flur, bereit für den Abtransport.
Von den nach Hause Kommenden werden sie entsetzt durchwühlt. „Das ist doch noch gut“. Nach und nach wird ins Haus zurückgetragen, was ich so unbarmherzig aussortiert habe.

Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu“. Wird Gott jetzt mit einem schwarzen Müllsack durch mein Leben toben? Und bin ich es dann, die ruft: „Das ist doch noch gut“?
Gott aber spricht diese Worte nicht zu Menschen, die es gerne etwas ordentlicher hätten. Er spricht zu Menschen, die leiden, zu Menschen, die es nicht mehr aushalten.
Und die beginnen dann zu träumen von einer anderen Welt, von einer Welt ohne Leid und Schmerz.
Und sie finden dabei die schönsten Bilder von Gott, die man sich nur vorstellen kann. Gott wird wie eine Mutter trösten. Er wird die Tränen abwischen. Er wird alles neu machen.

Ein gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen
Ihre Pastorin Antje Eddelbüttel